21.425 Unterschriften überreicht

Heute, am 29. Juni 2010, nahm der schleswig-holsteinische Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug 21.425 Unterschriften entgegen, die die Initiative G9-jetzt! in den vergangenen Wochen im ganzen Land gesammelt hat. Die Initiative hatte sich im Frühjahr 2010 gebildet, um den Protest und Widerstand der Eltern gegen die Überlastung ihrer Kinder durch das G8-Unterrichtsschema zu bündeln. Hier die Pressemitteilung des Elternvereins zum Treffen mit dem Bildungsminister.

Der Schleswig-Holsteinische Elternverein e.V. hat die Initiative organisatorisch begleitet und wird auch weiterhin gemeinsam mit den in der Initiative engagierten Eltern und Schülervertretern dafür eintreten, daß die Überlastung der jungen Gymnasiasten zurückgenommen wird, um wieder eine produktive Lernatmosphäre in die Gymnasien Schleswig-Holsteins einziehen zu lassen - und um den Heranwachsenden wieder Erlebnisbereiche außerhalb und innerhalb ihrer Schulen zu öffnen, die durch den exorbitanten Leistungsdruck verschüttet zu werden drohten.

"Wir danken allen Eltern, Schülern, Lehrkräften und überhaupt allen Helfern, die dieses eindrucksvolle Ergebnis möglich gemacht haben, " sagte Reinhold Günther, Elternvereins-Mitglied und Mitorganisator der Initiative. "Das Ergebnis stimmt mit den Zahlen überein,  die z.B. die SHZ vor wenigen Wochen in einer Umfrage ermittelt hat - kaum jemand will noch den achtjährigen gymnasialen Bildungsgang ("G8"), daher fordern wir, daß unsere Gymnasien wieder geschlossen und ausnahmslos den  neunjährigen Bildungsgang als Standard anbieten."

"Unser Vorschlag des 'Y ++', einer Variante des vom Bildungsministerium entwickelten Y-Modells, eröffnet den leistungsstärksten Schülern die Möglichkeit, ihren Weg zum Abitur in der Oberstufe um ein Jahr zu verkürzen. Die große Menge der jungen Menschen, die das Abitur anstreben, wird es nach unserem Vorschlag weiter nach neun Jahren Gymnasium machen können, ohne daß die Jüngsten direkt nach der Grundschule in einem unangemessenen Leistungsdruckumfeld frustriert und zerrieben werden" ergänzte Dr. U. Kliegis, Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins.

Michael Kasch, Eutiner Initiativenmitglied, wies in dem langen Gespräch mit dem Minister, das der Unterschriftenübergabe folgte, noch einmal besonders auf die Situation der jetzt im G8-Rahmen lernenden Schülerinnen und Schüler hin. Diese dürfen nach seinen Worten nicht darunter leiden, daß sie "im falschen Jahrgang geboren sind".

Die Mitglieder der Elterninitiative erklärten dem Minister, daß die allermeisten Eltern jetziger G8-Schüler nur allzu bereit wären, die Schule aus der rechtlichen Verpflichtung, ihre Kinder weiter in einem achtjährigen Schema auf das Abitur vorzubereiten, zu entlassen und statt dessen zum neunjährigen Rhythmus zurückzukehren. Eine Bewertung der jetzt "zu viel" gegebenen Stunden sei dabei das geringste Problem, sagte U.Kliegis in der Diskussion mit dem Minister. Niemand habe bisher die Effizienz des verdichteten Unterrichts untersucht. Rein empirisch sei die Annahme aber sicher nicht verkehrt, daß der bislang erteilte G8-Unterricht weniger effektiv, weil weniger konsolidierend und damit weniger nachhaltig gewirkt habe.

Der Minister äußerte seine Freude darüber, daß die Initiative ihm ein klares, durch die Unterschriften noch untermauertes Bild von der Willenslage der Eltern vermittelt habe, und daß sein Ziel, G9 wieder zu ermöglichen, damit bestätigt worden sei.

Initiativenvertreter und Minister äußerten gegenseitig den Wunsch und die Bereitschaft, den konstruktiven Dialog fortzusetzen.

Dienstag, 29. Juni 2010